Frieden beginnt in jedem von uns

Was ist, wenn die derzeitige Entwicklung in der Welt, eine radikale Aufforderung an jeden von uns, dass wir nach innen gehen und damit beginnen, in uns selbst Frieden zu machen? Die Meisten von uns tragen ein Leben lang ungelösten Themen und Konflikte in sich. Erst wenn wir anfangen, mit uns selbst und in unseren Familien tiefen Frieden zu schließen und aufhören einander zu verurteilen, wird es auch Frieden in der Welt geben. Wenn wir unser Gegenüber respektieren und seine Meinung akzeptieren, wird sich Frieden einstellen. Mutter Theresa sagte schon vor vielen Jahren: „Wenn du Frieden willst, dann gehe nach Hause und liebe deine Familie.“ Michael Wild, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung, erklärt uns in einem Gastbeitrag, wie wir in Frieden und Freiheit leben können.

Kleinkriege beenden

Wir alle führen Krieg – jeder im Kleinen, für sich, innerhalb der Familie, gegen sich selbst und andere. Da ist die unliebsame Kollegin, der man nach hält, dass sie sich unfair verhalten hat. Da ist die eigene Rolle als Vater oder Mutter, die man, den eigenen Erwartungen nach, nicht gut genug ausführt, und sicherlich besser leben könnte. Es sind Kritikpunkte, die wir an uns selbst und an anderen finden, welche uns das Leben schwer machen und für Unfrieden sorgen. So werden gedankliche Kleinkriege geführt, die in Streits mit Mitmenschen ausarten, für schlechte Laune sorgen und gegenteilige Positionen verhärten. Diese Negativspirale hört auf, wenn wir die Waffen niederlegen und uns selbst sowie anderen verzeihen. Was ist, wenn wir alle trotz unserer Fehler perfekt sind?  Ist es nicht ohnehin viel schöner, Brücken zueinander zubauen, die es möglich machen, auf andere zuzugehen und ihnen die Hand zu reichen als sich gegenseitig zu bekriegen? Gemeinsam lassen sich Berge versetzen. Der Weg dorthin beginnt ins uns selbst. Mit Frieden, den wir von innen nach außen tragen und im Alltag leben. Kleinkriege aufzugeben bedeutet in diesem Zusammenhang, sich in der eigenen Familie und im Umgang mit anderen in Sanftmut und Liebe zu üben und anderen die Hand zu reichen, statt an Dingen festzuhalten, die uns trennen. Und vor allem bedeutet es, aufzuhören Dich selbst zu kritisieren, zu bekriegen und zu verurteilen. Wie viel freundlicher kannst Du zu Dir selber sein? Kannst Du Deine Waffen vor Dir selbst niederlegen? Noch nie hat sich Aufgeben so schön angefühlt.

Eigenverantwortung übernehmen

Es fällt sehr leicht, Wut und Enttäuschung auf andere Menschen zu schieben und die Schuld woanders zu suchen. Ist ein Schuldiger gefunden, kann man all die negativen Emotionen auf ihn projizieren und sich von der Selbstverantwortung lossagen. Damit nimmt man sich jedoch die Chance, die Macht der Eigenverantwortung zu leben und genau die Veränderungen in die Wege zu leiten, die man sich im eigenen Leben wünscht und in der man die Welt sehen möchte. Wenn wir nicht bei uns selbst anfangen, im Kleinen, wie soll sich dann etwas Fundamentales in der Welt ändern?

Wer Eigenverantwortung übernimmt, gelangt in seine Schöpferkraft. Bin die Verantwortliche in meinen Leben, kann mein Leben nach meinen Vorstellungen erschaffen.

Verteidigung einstellen

In vielen Situationen neigen wir dazu, uns zu verteidigen. Was wenn Verteidigung auch ein Angriff ist? Was könnte passieren, wenn wir jeden Schmerz, den andere durch ihre Worte oder ihr Verhalten in uns erzeugen, als Hinweis annehmen, welche Wunden in uns noch geheilt werden müssen? Wenn etwas das von Außen kommt unseren Schmerz und unsere Wut triggert, dann hat das immer etwas mit unserem Inneren zu tun. Es ist niemals nur das was gesagt oder getan wurde. Wir fühlen uns nur dann angegriffen, wenn etwas in uns in Resonanz geht. Es gilt zu erkennen, wo eine Transformation vorgenommen und die Zerstörungskraft weggenommen werden kann, indem man Friede und Liebe walten lässt. Das Schöne dabei ist: Sich zu verteidigen kostet Kraft, diese erlangt man wieder, wenn man loslässt und sich auf das konzentriert, was man tatsächlich selbst ändern kann. Oft ist es verborgen und wird erst sichtbar, wenn unser Gegenüber uns darauf hinweist und wir uns friedlich und verständnisvoll damit auseinandersetzen.

Freiheit kultivieren

Wie Frieden beginnt auch Freiheit in uns selbst! Wie viele Menschen fühlen sich nicht wirklich frei, obwohl sie theoretisch frei wären? Wir sind unfrei – solange wir uns selbst nicht die Freiheit geben, uns selbst voll und ganz zu leben! Hast Du schon mal beobachtest, wie viele Verbote Du Dir selbst auferlegst? Wie oft verbietest Du Dir größer zu denken oder zu träumen, weil Du meinst dass es eh nicht möglich ist? Wie oft verbietest Du Dir inneren Frieden, weil Du denkst Du seist erst dann “genug” wenn Du noch tausende Dinge erreicht und erledigt hast?

Frieden in der Welt beginnt, wenn Dankbarkeit und Selbstannahme Raum finden.
Wie frei und voller Frieden könntest Du Dich fühlen, wenn Du Dich von Deinen eigenen Erwartungen an Dich befreist?

 

Share this Post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.